Die größte Chance der Menschheit: Desertec

Quelle: DESERTEC Foundation, www.desertec.org
Quelle: DESERTEC Foundation, www.desertec.org

Ja, das ist ein gewagter Titel. Und neu ist das Thema auch nicht. Der einzige Grund, warum wir noch nicht darüber geschrieben haben, ist, dass dieses Thema wirklich so umfassend und so außerordentlich interessant ist, dass man eigentlich nicht so oberflächlich einsteigt.

Doch nun trotzdem eine schnelle Einführung – auch wenn den meisten unserer Leser die Grundgedanken von Desertec schon bekannt sein werden.

Märchen aus dem Morgenland?

Es klingt wie ein Science Fiction, ähnlich wie die immer wieder aufkeimende Hoffnung auf den Kernfusionsreaktor. Und als ich zum ersten Mal davon hörte habe ich gedacht: Ja, theoretisch alles ganz schön, aber leider nicht machbar.
Inzwischen sind ein paar Monate vergangen und die Idee ist keineswegs verschwunden. Im Gegenteil: Die zunehmenden Medienberichte in aller Welt werden zunehmend ernsthafter.

Die Grundidee ist schnell erzählt: In den ungenutzen Weiten der nordafrikanischen Wüsten werden Solarkraftwerke und Windparks errichtet. Die gewonnene Energie reicht zur Versorgung Europas und Nordafrikas aus, nebenbei kann reichlich Meerwasser entsalzen werden um das Trinkwasserproblem des Kontinents zu lösen. Der gewonnene Strom wird über 2 Gigawatt-Gleichstromleitungen über verschiedene Mittelmeerpassagen geleitet.
Das war’s im Grunde schon.

Wo ist der Haken?

Die technischen Voraussetzungen sind alle erprobt, die Umsetzung ist nur eine Frage von finazieller Investitionsbereitschaft und politischem Willen – was mit Blick auf die instabileren Mittelmeeranreiner nicht unbedeutend ist. Realistisch ist eine Deckung von bis zu 25 % des europäischen Strombedarfs bis zum Jahr 2050, bis dahin wären 65 % regenerative Energie aus heimischen Quellen möglich. Bei einem so großen Stromangebot könnte auch eine Umstellung des Verkehrs auf Elektroantriebe gelingen.

Ein drastischer Verzicht auf die CO2-erzeugende Energiegewinnung wäre also bis zur Mitte des Jahrhunderts denkbar. Auch wenn dieses Konzept in seiner Größe und Komplexheit schwindelerregend ist – es bleibt kaum eine Alternative, wenn man die Bedrohung des Weltklimas durch unsere heutige Energiewirtschaft ernst nimmt.

Das war – wie oben beschrieben – nur eine Einführung ins Thema.

Wikipedia liefert bereits gute Informationen zum Thema und die Desertec-Foundation hat ebenfalls eine informative Website.