Neue Kühltechnik für feuchte Heißgebiete

17. April 2010 | von Uli Bach | Rubriken: Schwerpunkt, Zukunft

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Es klingt wie eine neue Art des Abhängens nach einer Trance-Techno-Party auf Ibiza: SolarChill. Doch weit gefehlt! Hinter dem hedonistischen Namen verbirgt sich eine neue und sehr pragmatische technische Entwicklung: SolarChill ist ein äußerst umweltfreundlicher Greenpeace-Kühlschrank, der stromnetzunabhängig allein mit Sonnenenergie Kälte erzeugt. Die Besonderheit des innovativen Eiskastens: Nach genauer Prüfung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) SolarChill für den Einsatz in Krisengebieten freigegeben.
Krisengebiete und Entwicklungsländer sind oftmals eins. Mangelnde Hygiene in tropischer Region, eine katastrophale Infrastruktur und natürlich Armut sind dort der ideale Nährboden für Krankheiten. Medikamente fehlen. Oder verderben, weil sie, ebenso wie Impfstoffe, nicht entsprechend gekühlt werden können. In der Folge sterben tausende Menschen. Auf der eine Seite werden Medikamente und Impfstoffe unbrauchbar, deren Werte in die Millionen gehen. Auf der anderen Seite fehlt das Geld für Kühlschränke. An Stromanschlüsse ist gar nicht erst zu denken.
1998 haben sich Greenpeace, Experten der Vereinten Nationen und dänische Kältetechniker zusammengetan, um daran etwas zu ändern. Das Ergebnis ist der SolarChill. Das Gerät ist völlig unabhängig von FCKW und FKW und stößt als Dank dafür auch kein CO2 aus. Es verbraucht keine eng begrenzten Ressourcen: Ein umweltfreundlicher Motor für den Fortschritt in Entwicklungsländern.
Nach Prüfung und Bewilligung durch die WHO wird nun auch die Weltbank Gelder für die Produktion von SolarChill freigeben. Die Investitionssumme beträgt zweieinhalb Millionen US-Dollar.
SolarChill erinnert an Greenfreeze, mit dem Greepeace bereits 1993 auf den Markt kam. Das Gerät wurde weltweit 400 Millionen mal verkauft und hat der Welt und dem Klima eine Belastung von 400 Millionen Tonnen CO2 erspart. Wolfgang Lohbeck, Sprecher von Greenpeace, sieht in der Zulassung von SolarChill einen Meilenstein. Für ihn ist das Gerät ein weiterer Beweis, dass umweltfreundliche Technik und ökonomische Entwicklungen sich nicht ausschließen, sondern sich auch gegenseitig unterstützten können.

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