Das ist der Gipfel: Mehr Elektromobilität
3. Mai 2010 | von Uli Bach | Rubriken: Schwerpunkt, VerkehrEs klingt ja doch immer noch, als ginge es um ein hübsches Spielzeug. 65 Prozent der im Rahmen einer repräsentativen Erhebung der Unternehmensberatung Roland Berger befragten Deutschen fühlen sich schlecht über Elektroautos informiert. Immerhin würden 58 Prozent derjenigen, die überhaupt ein neues Auto kaufen wollen, bis zu 4000 Euro mehr für ein Elektromobil zahlen. Insgesamt ziehen 34 Prozent jener möglichen Autokäufer überhaupt den Erwerb eines Elektroautos in Betracht. Also gibt die Kanzlerin jetzt Gas! Am 03. Mai 2010 hat sie einen Gipfel einberufen, um mit Vertretern der Auto- und Energiebranche, der Wissenschaft und der Gewerkschaften über die Zukunft der Elektromobilität zu sprechen. Für dieses Thema reicht also der sonst so gern genommene runde Tisch schon nicht mehr aus. Wenn es nach der Bundesregierung gehen soll, dann huschen bis 2020 eine Million Elektroautos durch den Verkehr. Augenblicklich sind hierzulande erst knapp 2000 dieser Fahrzeuge unterwegs. Ein hehres Ziel also: Die Republik soll zum „Leitmarkt für Elektromobilität“ werden. Dann aber auch los!
Die Konkurrenz schläft nicht.
China legt gerade einen höheren Gang ein. 2011 will der Batteriehersteller „Byd“ aus dem Reich der Mitte mit eigenen Modellen auf den europäischen Markt. In Deutschland tuckert derweil die Entwicklung so vor sich hin und Daimler, BMW und VW fordern lieber Förderung. Auch die Grünen verlangen 5000 Euro Zuschuss je Auto. Da allerdings stellt sich die Regierung quer: Im Konjunkturpaket II für 2009 bis 2011 sind bereits 500 Millionen Euro für die Erforschung von alternativen Antrieben vorgesehen. Also ist der Gipfel auch keine Finanztankstelle. Stattdessen ist die Gründung einer Nationalen Plattform Elektromobil beabsichtigt und Manager und Wissenschaftler sollen bis zum kommenden Herbst ein Strategiepapier entwickeln. Insgesamt setzt die Bundesregierung auf verschiedene Antriebstechniken für Elektroautos und will dabei keine bestimmte technische Entwicklung vorgeben.
Quelle: „Neue Westfälische“, 03.05.2010

