Ein Telefon mit Zukunft

fairphone
Auf dem Gewissen fast jeden ökologisch und/oder sozial orientiertem Menschen liegt ein Schatten: Das Handy. Jeder hat eins, und so mancher auch ein aktuelles Smartphone.
Vielleicht ist es gerade deshalb auch ein beliebtes Beispiel für den scheinbar unlösbaren Konflikt den der Fortschritt aufwirft – es scheint nur die Wahl zwischen Umweltzerstörung plus Ausbeutung oder Verzicht zu geben.
Im September 2012 machte sich das niederländische Unternehmen Fairphone auf einen neuen Weg. Als „soziales Unternehmen“ schufen man hier ein weiteres Modell der Ikone unserer Zeit, ein weiteres Smartphone. Doch diesmal ist alles anders.
Im Vordergrund der Produktion steht eine ganz andere Einkaufspolitik. Zwar wird auch dieses Telefon in China montiert, das angemessene Gehalt wird jedoch über einen Fond gesichert und die Gründung von Gewerkschaften gehört zum Programm. Alle verwendeten Materialien müssen aus „konfliktfreien“ Quellen stammen – im Gegensatz zu den meist verwendeten Metallen aus Bürgerkriegsgebieten und menschenunwürdigen Minen.
Noch ist das Ziel nicht erreicht, das ganze Gerät recyclebar zu produzieren, aber in der ersten Serie ist der Akku tauschbar (das war früher mal normal), was die Lebenszeit des Gerätes schon deutlich erhöht.
Auch in der Finanzierung beschritt das (im Vergleich zu den Wettbewerbern kleine) Unternehmen einen relativ fortschrittlichen Weg: Crowdfunding – 5000 Kunden bestellten das Gerät vor und ermöglichten damit die Produktion der ersten 20.000 Geräte.
Zur Zeit ist das Fairphone ausverkauft, auf der Website von Fairphone werden aber Vormerkungen entgegengenommen.
Und nun noch die überraschenste Information: Das Fairphone kostet gerade mal 325 € – da fragt man sich, ob die Fairnesseinbußen anderer Hersteller so lohnend sind.

Das Fairphone nutzt als Betriebssystem Google’s Android 4.2.2, dies sei der beste Kompromiss zwischen Offenheit und Stabilität. Aber das Gerät sei rootable, so dass jedes andere Betriebssystem installiert werden könne. Fairphone bemüht sich um eine gute Zusammenarbeit und Support durch die Ubuntu- und Firefox-Community, die beide ein OpenSource-Betriebssytsem entwickeln.