Elektrisch geliefert
12. August 2010 | von Stefan Schmidt | Rubriken: Schwerpunkt
Mercedes bringt mit dem Vito E-Cell einen Lieferwagen auf die Strasse, der sich sehen, aber kaum hören lässt. Im Inneren des Vito-Transporters schnurrt ein Elektromotor, gespeist aus einem 500 Kilogramm schweren Akkupaket im Boden des Wagens. Bei 360 Volt (dem europäischen ‘Drehstrom’-Standard) sind diese nach etwa 6 Stunden geladen und reichen dann für 130 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt zwar nur 80 Stundenkilomter, aber das reicht für Stadtverkehr, die Lieferung auf dem Lande und auch mal für die Stadtautobahn.
Überhaupt ist der Lieferverkehr im Nahbereich die ideale Anwendung für diesen elektrischen Transporter. Und auch für Handwerker und lokale Dienstleister mit mittlerem Transportbedarf ist der leise schnurrende Mercedes ideal (zumal der Vito hier ohnehin verbreitet ist): In Werkstätten und Hallen ist meist Parkplatz in der Nähe einer Starkstromsteckdose vorhanden, zudem bleiben bei geregelten Arbeitszeiten überschaubare 6 Stunden für die Ladung. Vieles, das beim Privat-PKW noch unkalkulierbar ist, ist beim Firmentransporter kaum ein Problem.
Die Zero-Emission-Werbung ist natürlich nur dann stimmig, wenn 100% Ökostrom geladen wird. Doch selbst im Euro-Strommix entstehen nur 106 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer. Für einen Lieferwagen sehr vorbildlich.
Das der stille Vito in Anwohnerzonen und Innenstädten willkommener ist als der stinkende, dröhnende Dieseltransporter, dürfte klar sein.
Im Moment (2010) werden 100 Fahrzeuge getestet, im nächsten Jahr sollen es 2000 Stück werden. Das ist natürlich wenig – aber vielleicht fragt ein innovativer Flotten-Abnehmer hier für mehr Nachfrage. Spätestens in der nächsten Ölkrise hätte der die Nase sehr weit vorn.
