Algenzucht zu teuer

10. Dezember 2011 | von Stefan Schmidt | Rubriken: Schwerpunkt

Algen als Lösung?

Biodiesel aus CO2 - zu teuer

Eigentlich eine gute Idee: Mit dem ohnehin lästigen CO2 aus Kohlekraftwerken füttert man Algen und gewinnt damit Biodiesel. So wird CO2 vorübergehend neu gebunden und wenigstens ein zweites Mal verwertet. Doch auch wenn Energieriese Vattenfall gemeinsam mit dem Algenzuchtbetrieb ecoduna aus Österreich eine Anlage eingeweiht hat scheint jetzt schon absehbar, dass diese Methode viel zu aufwändig und kostspielig ist.
Wie bei allen Verfahren, die das CO2 aus den Abgasen der Kraftwerke abscheiden sollen, ist der Wirkungsgrad denkbar schlecht. Etwa 20 Prozent des Wirkungsgrades gehen verloren, so dass für die gleiche Menge Energiegewinn wieder mehr Kohle verfeuert werden müsste.
Immerhin wollen die Österreicher nun Futtermittel, ökologisches Plastik oder Nahrungszusätze aus dem CO2 mit Algen erzeugen.
Und auch in Deutschland gibt es Versuche, das CO2 irgendwie zu nutzen: Das Kohlekraftwerk in Niederaußem bei Köln soll als Pilotanlage für die Herstellung von Schaumstoff genutzt werden. Allerdings werden hier gerade mal 0,05 Prozent des CO2 genutzt. Der Rest geht in die Luft.
In den USA sind die klimatischen Bedingungen – Licht und Wärme – besser, aber selbst hier sind die Kosten der Algenanlagen noch unwirtschaftlich.
Bereits seit 2008 wird die Algen-CO2-Technik als Innovation mit fraglichem Ergebnis bewertet. Bei 50 € Kosten pro Liter Biodiesel müsste der Benzinpreis noch ordentlich steigen, bis es sich lohnt.

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