Rufer in die Wüste!

Wenn irgendwo etwas irgendwie Neues entsteht, dann dauert es nicht lange, bis die Kulturpessimisten ihre Stimme erheben. Erst recht, wenn dieses Neue auch noch mit Technik zusammen hängt. Die Mahnung gegen einen allzu einfältigen Fortschrittsglauben ist sicher nicht falsch. Und auch die Tatsache, dass z.B. viele Atomkraftgegner kaum eine Vorstellung über die technischen Vorgänge in einem Atomkraftwerk haben, ändert nichts daran, dass die Risiken und Folgen der Uranenergie untragbar sind.

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"Grüne" Gentechnik-Bioenergiepflanzen

Auf der Messe ‚Grüne Woche‘ in Berlin fand auch das 1.Internationale Forum der Agrar- und Ernährungswissenschaft statt. Das Forum brachte rund 1000 Experten aus aller Welt an den Tisch.

Gleich zu Beginn sagte Bauernverbandspräsident Sonnleitner: „Die Priorität in der Agrarwirtschaft gehört immer der Ernährung“.

„Wir müssen die Produktion von Nahrungsmitteln und von Bioenergie entkoppeln“, antwortete Stefan Marcinowski, Vorstandsmitglied der BASF-Gruppe, „und verstärkt auf die zweite Generation von Bioenergiepflanzen setzen“. Holz, Stroh und Switchgrass sind solche Energieträger. Sie alle sind Pflanzen, deren Verwendung nicht mit dem Einsatz als Nahrungsmittel konkurrieren.

„Da die Ressourcen Wasser und Land begrenzt sind, müssen diese Ertragssteigerungen vor allem durch Innovationen erreicht werden“.

Für den BASF-Mann ist damit unter anderem die grüne Gentechnik gemeint.

Ob anspruchslos wuchernde Pflanzen wie die Rutenhirse solche Eingriffe benötigen, sei dahingestellt.  Gefahr besteht eher, dass durch die Hintertür der regenerativen Energieerzeugung wieder ein neues Umweltproblem geschaffen wird.

US-Konzern setzt auf Zellulose-Ethanol

Poet LCC, der größte US-Ethanolproduzent, setzt auf Zellulose zur Gewinnung von Ethanol als Kraftstoffalternative.

Die Ethanolerzeugung aus Mais wird inzwischen wieder unwirtschaftlicher, denn der Ölpreis ist auch in den USA ordentlich gefallen. Chancen für die Zukunft  bietet stattdessen die viel effizientere Gewinnung des Agrar-Sprits aus Rutenhirse (Switchgrass), Weizenstroh und Holzabfall.

Mais wurde in den vergangenen Jahren stark als Energiepflanze genutzt. Dies liegt nicht zuletzt an der staatlichen Subventionierung.

Umweltschützer kritisieren diese Form der eigentlich regenerativen Energieerzeugung. Zum Anbau der Maispflanzen werden häufig große Waldgebiete gerodet.

Die Verwendung einer Nahrungspflanze zur Spritgewinnung ist zudem ethisch fragwürdig.