Vom Unmöglichen und Möglichen

26. August 2010 | von Uli Bach | Rubriken: Allgemein

„Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, sind in der vergangenen Woche zwei Entscheidungen gefallen, deren Bedeutung für das Schicksal der Erde, ihrer bald sieben Milliarden Bewohner und für die internationale Politik kaum zu überschätzen sind.“ Mit diesem bedeutungsvollen Satz leitete Fritz Vorholz in der ZEIT vom 29. Juli einen Artikel ein, in dem er beschreibt, dass und warum ein globales Klimaabkommen immer unwahrscheinlicher wird.

Es geht –wen wundert es?- um die USA und um China. Globaler Klimaschutz ohne Beteiligung dieser beiden Nationen ist schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit. Nur leider wird dieses Ding der Unmöglichkeit immer mehr zur möglichen Realität. Konkret: Im US-Senat fehlt vor allem für den Emissionshandel ganz offensichtlich die nötige Mehrheit. China hingegen will gerade mittels einer Grundsatzentscheidung durch den Emissionshandel gegen die stetig steigenden Treihausgasemissionen im eigenen Land vorgehen. Ab 2011.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist der Grund für die fehlende Unterstützung wieder einmal schlicht die Gier. Die Gier und die Feigheit der Kohlelobby und anderer traditioneller Industrien. Und als ob dies allein nicht ausreicht, steht auch das kalifornische Klimaschutzgesetz ganz gehörig auf der Kippe. Im Klartext heißt das, ohne das gescheiterte Bundesgesetz werden die US-Emissionen deutlich langsamer sinken. Somit rückt die in Kopenhagen getroffene Zusage der USA, bis 2020 ihre Emissionen im Vergleich zu 2005 bis 17% zu sinken, in eine ferne Zukunft.

Chinas Zusage ist es, seine CO2-Emissionen pro Einheit des Sozialproduktes zu senken (um 40-45%). Auch durch Emissionshandel. Ausgeschlossen ist wohl dennoch, dass China in Zukunft seinen absoluten CO2-Ausstoß senkt.

Das Fazit aus alledem: Die Emissionen werden wohl weltweit weiter steigen. Somit schlägt jetzt die Stunde für die Europäer. Ihre bisherige Rücksicht auf die USA wurde nicht belohnt; die eigenen Klimaziele jetzt konsequent zu verschärfen ist in und nach diesem heißen und leider auch sehr nassen Sommer daher das Gebot der Stunde.

Quelle: DIE ZEIT – Nr. 24, 29. Juli 2010

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