Drei Tage für das Klima
5. Mai 2010 | von Uli Bach | Rubriken: AllgemeinSie sitzen wieder zusammen und beraten. Nicht alle, aber immerhin. Parallel zum Gipfel für Elektromobilität treffen sich Umweltminister aus mehr als 40 Ländern in Petersberg bei Bonn. Der „Petersberger Klimadialog“ findet hinter verschlossenen Türen statt. Die Staatsmänner richten ihr Augenmerk auf Mexiko: Der nächste Klimagipfel im dortigen Cancún soll nicht wie der in Kopenhagen mit einem Desaster enden. Das ist schwer genug, denn vor allem die chinesischen und amerikanischen Positionen sind noch genauso unverändert wie im vergangenen Dezember. Yvo de Boer, Chef des UN-Klimasekretariats, hofft zumindest auf Teilerfolge in Cancún; mehr als eine „funktionsfähige Architektur“ ist wohl für ihn aber nicht drin.
Die Senkung der Treibhausgase ist und bleibt die Grundbedingung. Bislang haben 77 Länder in einer Art freiwilliger Selbstverpflichtung die Drosselung zugesagt. Nach Expertenmeinung ist das aber immer noch zu wenig, um das erklärte Ziel zu erreichen: die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius. Es fehlt immer noch eine verbindliche Vereinbarung. Vor allem China und die USA sperren sich weiter gegen Garantien und den sich daraus ergebenden Pflichten. Damit sind 45 Prozent der weltweiten Treibhausgase im Kyoto-Protokoll gar nicht erst erfasst.
Das dreitägige Ministertreffen in Petersberg ist keine offizielle UN-Konferenz, sondern versteht sich als eine informelle Runde. Eingeladen haben die Bundesregierung und Mexiko. Nicht eingeladen waren oder gar nicht erst gekommen sind die Staaten, die sich der Vereinbarung von Kopenhagen verweigert haben.
Quelle: “Neue Westfälische“, 04.05.2010
